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gaiac Forschungsinstitut

Planktonökologie und aquatische Nahrungsnetze

Für das Verständnis der Populationsdynamik von Organismen unter natürlichen Bedingungen ist die Kenntnis ihrer Ressourcennutzung, der Räuber-Beute-Interaktionen sowie der wichtigsten Verlustraten unumgänglich. Die Kenntnis der Plastizität solcher Prozesse ist die Grundlage für die Entwicklung realitätsnaher Populationsmodelle.

Planktonökologie

Folgende Themen stehen momentan im Vordergrund:

Einfluss von Nahrungsmenge und -qualität auf die Nahrungs- und Habitatwahl

Das Umschwenken von einer bevorzugten, aber temporär raren Nahrung auf solche mit geringerer Qualität, aber besserer Verfügbarkeit kann sowohl Energie- als auch Nährstoffflüsse in Ökosystemen verändern, insbesondere wenn damit ein Habitatwechsel, beispielsweise vom Freiwasser in das Sediment, verbunden ist. Diese Strategie kann für eine Population auch bei zwischenzeitlichem Fehlen der präferierten Ressource eine Stabilisierung ihrer Populationsdichte und somit einen Konkurrenzvorteil bewirken.

Einfluss von Süßwasserquallen auf das Nahrungsnetz in einem eutrophen Flachsee

In dieser Studie wurde die Stellung der Süßwassermeduse Craspedacusta sowerbii im Nahrungsnetz eines eutrophen Weihers analysiert und mit der von zooplanktivoren Friedfischen verglichen.

Nahrungsnetzinteraktionen eutropher Flachseen werden zusätzlich mit Hilfe stabiler Isotope (d15N, 13C) analysiert. Im Vordergrund steht hierbei der Vergleich der trophischen Position planktivorer Fische mit der invertebrater Räuber in Flachseen (z.B. Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbii, Büschelmückenlarve Chaoborus flavicans).

Untersuchungen zur Populationsdynamik der Büschelmücke Chaoborus crystallinus

Die Büschelmücke Chaoborus crystallinus ist ein hervorragender Modellorganismus für multivoltine aquatische Insekten, da ihre Populationsdynamik aufgrund der pelagischen Lebensweise der Larvenstadien und der auf der Wasseroberfläche schwimmenden Eigelege gut quantifizierbar ist. Aktuell werden in verschiedenen Studien die Reproduktionsraten, Mortalitätsraten und Migrationraten analysiert. Hierbei ist die Analyse der dichteabhängigen Regulation der Population durch Kannibalismus der ersten Larvenstadien von besonderem Interesse.

Ansprechpartner:

Dr. Tido Strauss