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gaiac Forschungsinstitut

Auswirkungen des Bt-Maisanbaus auf die Boden bewohnende Mesofauna

Die Bodenfauna ist ein wichtiges Kettenglied beim Abbau organischer Substanz im Boden u.a. bei der Zerkleinerung der Streu, der Vermischung, der Umsetzung d.h. der Mineralisation organischer Substanz und bei der Steuerung mikrobieller Prozesse im Boden. Die Biozönosen des Bodens und deren ökologische Funktion sind in hohem Maße durch äußere Störungen wie z.B. Bodenbearbeitung oder den Eintrag von Pestiziden gefährdet.

Ziel der Untersuchungen war es (1) den Einfluss von Bt-Mais auf die Boden-Biozönose zu bewerten und (2) geeignete Standard-Methoden für ein Monitoring dieser Zönose im Freiland zu etablieren. Dabei wurden vier verschiedene Mais-Sorten, Bt-Mais (Mon 863), eine vergleichbare nicht gentechnisch veränderte Maissorte (isogener Mais) und zwei konventionelle Varianten untersucht. In den aus Freiland und TME gewonnenen Bodenboden wurden Springschwänze (Collembola) und Hornmilben (Oribatida) hinsichtlich etwaiger Veränderungen ihrer Lebensgemeinschaften untersucht. Die Verteilung und Abundanzen der einzelnen Spezies wurden statistisch multivariat analysiert und evaluiert.

Wesentliche Ergebnisse waren:
  • Die statistische Methode der schrittweisen Variablenselektion zeigt Unterschiede in den Abundanzen auf, die durch die Heterogenität des Feldes und der damit verbundenen Standortparameter, sonst überdeckt worden wären.
  • Im Jahr 2005 zeigen sich nach der schrittweisen Variablenselektion Unterschiede des Bt-Mais auf die Oribatiden-Abundanz im Vergleich zur nah-isogenen Kontrolle.
  • Im Jahr 2006 zeigen sich nach schrittweiser Variablenselektion Unterschiede von Collembolen-Abundanzen im Bt-Mais im Vergleich zur nah-isogenen Kontrolle.
  • Es konnten sortenspezifische Unterschiede im Jahr 2005 (Benicia) und 2006 (Dk315) anhand von Oribatiden nachgewiesen werden
  • Es zeigen sich Unterschiede des Bt-Mais auf die Fraßaktivität der Bodenorganismen, soweit die Köderstreifen nach der Ernte im Boden exponiert wurden. Bt-Mais wird dabei weniger gefressen als andere Maisköder.
  • Da es bei direkter Exposition von Bt-Maisstreu im Köderstreifenversuch zu Effekten kam und eine Korrelation von Fraßaktivität und Oribatiden-Abundanz nachgewiesen werden konnte, sind verstärkte Unterschiede bei Körnermaisanbau, bei dem das Häckselgut auf dem Feld verbleibt („worst case“), auf die Oribatiden-Zönose nicht auszuschließen.

(Teilmodul des BMBF-Verbundprojekts: Anbaubegleitende Sicherheitsforschung transgener Maissorten mit neuen Bt-Genen: Entwicklung und Validierung von Monitoringmethoden, 2005 – 2008)

Ansprechpartner:

Dr. Andreas Toschki

 

Bt-Maisanbaus