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gaiac Forschungsinstitut

Klassifikation von Hornmilbenzönosen (Acari, Oribatida) in grasigen Ackerfeldrainen

Hornmilben (Oribatida, Acari) sind eine weitverbreitete Organismengruppe der Bodenwelt. In vielen Lebensräumen treten sie in großer Artenzahl und hohen Individuendichten auf (ca. 520 Arten in Deutschland, ca. 1000 Arten europaweit). Im Bereich der Bodenfauna sind Hornmilben ein wichtiges Kettenglied für den Abbau organischer Substanz, für die Zerkleinerung von Streu, für die Vermischung, Mineralisation sowie für die Steuerung mikrobieller Prozesse im Boden.

Die dargestellte Untersuchung fördert die Kenntnis (a) zur Verteilung der Arten in der Agrarlandschaft und (b) des Schutzguts Boden u.a. als Lebensraum für Bodenorganismen (vgl. BBodSchG)
Es konnten insgesamt 67 Oribatiden-Arten in den drei Untersuchungsräumen (Jülich, Würzburg, Leipzig) mit unterschiedlicher Stellung in der Biozönose nachgewiesen werden. Als Ergebnis der taxonübergreifenden, qualitativ-ökologischen Auswertung sind insgesamt 17 Biozönose-Standort-Einheiten klassifiziert worden. Zur Differenzierung dieser Einheiten konnten insgesamt 27 Differentialartengruppen sowie neun Grundartengruppen verwendet werden. Es sind 18 Artengruppen mit Beteiligung von Oribatiden-Arten festgestellt worden.
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Die typisierten Biozönosen korrelieren signifikant mit edaphischen Parametern. Dabei sind vor allem Bodentyp, Nährstoffgehalt und Bodenfeuchte als maßgebliche Faktoren anzuführen. Weitere bestimmende Größen sind Klima- sowie Nutzungsunterschiede. Durch multivariate statistische Analysen konnten die Ergebnisse der qualitativen Auswertung gestützt werden.
Die Verteilung der Hornmilben-Arten im ökologischen Standortgradienten war vielfach der Verteilung von Carabiden und Araneen ähnlich. Einige Arten zeigten jedoch unterschiedliche Biotoppräferenzen an. Eine gemeinsame Analyse von Bodenorganismen mit anderen Arthropodengruppen sowie Pflanzen erwies sich als durchführbar und hinsichtlich einer ökologischen Standortbewertung als sinnvoll. Mit Hilfe solcher Verteilungsmuster können Referenz-Biozönosen („guter ökologischer Zustand“) für untersuchte Lebensräume dargestellt werden.

Präsentationen:

Toschki, A. (2008) Eignung unterschiedlicher Monitoring-Methoden als Grundlage zum Risk-Assessment für Agrarsysteme - Am Beispiel einer biozönologischen Reihenuntersuchung und einer Einzelfallstudie – Dissertation RWTH-Aachen.

Ansprechpartner:

Dr. Andreas Toschki

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